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(Leseprobe und Bilder zum Buch)




Eine kleine Reise zu Fuß und mit Bus und Bahn kreuz und quer durch Berlin.
Im jahr 1985!

Donnerstag, 19.9.1985, 17 Uhr 45 Abfahrt.

Montag, 23.9.1985, 18 Uhr 30 zurück in Mannheim.





Mittwoch, 18.9.85


Janno, ein flüchtiger Bekannter, erzählt mir abends in der Taverna Latina (ein Bistro in Mannheim), dass er morgen für ein paar Tage nach Berlin fährt; mit einer Mitfahrgelegenheit, ziemlich billig. Er könne in Berlin bei Verwandten übernachten, die hätten auch nichts dagegen, wenn noch jemand dabei wäre.

Nun, von diesem Moment an hatte er jemanden dabei: spontan entschloss ich mich, mitzufahren.

Donnerstag, 19.9.85


Die ersten Schwierigkeiten beginnen; (wie könnte es auch ohne abgehen? Aber ich bin so was ja gewohnt).
Vormittags rase ich zum Ordnungsamt, weil ich feststellen muss, dass sowohl Pass als auch Personalausweis abgelaufen sind. Im Amt teilt man mir beiläufig mit, dass ich den Pass so in zwei, den Ausweis etwa in einer Woche abholen könne.  

Prima! sage ich mir. Und denen sag' ich: macht mal hopp-hopp, meine Oma liegt im Sterben, ihr letzter Wunsch sei mich sofort zu sehen, um mir ein Vermächtnis mitzuteilen; ich könne keinen halben Tag mehr warten, wie schnell doch so was gehen kann, man liest es ja immer wieder...  

Nach einer Viertelstunde solchen Gesülzes kriegt die Annahmetante feuchte Augen und verspricht mir, ihr Möglichstes zu tun. Ich solle doch noch mal um 14 Uhr wiederkommen!
  .......




  
 Etwas verschwommen, weil es noch recht duster war im Grunewald:
Janno auf dem Boden; mein leerer Schlafplatz auf der Bank.

  
Ankunft am Kurfürstendamm

 
 "Machts wie die Tauben: scheisst auf die Mauer!"



  
 Genialer Schlafplatz (eingekreist) in Kreuzberg, im Hintergrund die Mauer


  
Meine Dusche am Morgen in Kreuzberg


Meine Fahrkarte



      
Postkarten der Glienicker Brücke


    
Mein eigenes Bild der Glienicker Brücke



Der Botanische Garten ist wirklich eine Wucht, auch bei solch miesem Wetter! Und allein schon der barocke Glasbau des Pflanzenhauses ist eine Reise wert…  





 

 Postkarte von Charlottenburg


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Ich blicke also nicht mehr durch, und ich will es auch gar nicht. Ich staune nur still in mich hinein - etwas seltsam ist mir allerdings schon zumute wegen diesem angeblichen Hellseher Walter, der meine beiden Vornamen benutzt, ohne den zweiten  je erfahren zu haben:  Bruno...



Die ominösen Zettel des Hellsehers