Besucherzaehler

(Leseprobe, Karten und Bilder)


Mai 1992

Eine Reise-Erzählung in 18 Tagen

Teilnehmer:

Kawasaki  Z 650, Baujahr 1977 (Ein Motorrad)

Donnerhuf der Erste, Baujahr 19.. (Der Fahrer)


(Auf dieser Reise bin ich zu diesem Spitznamen gekommen,
der mein "Markenzeichen" wurde!)





Hier die Übersicht, wo Korsika überhaupt liegt, und wie ich - ganz grob zunächst - hingefahren bin und wieder zurück gefunden habe....

Reiseroute!

Hier weitere Informationen über diese zauberhafte Insel...

Infos Korsika!



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Die Abreise hat sich verzögert, weil der Bursche viel zu viel getrödelt hat. Die letzten Einpackarbeiten finden erst morgens statt, und die Aufpackerei aufs Motorrad braucht auch erst einige Versuche, bis alles so stimmt, wie ich's haben will.
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Auf gleicher Höhe sehe ich schneebedeckte Gipfel hinter dem Genfer See in der untergehenden Sonne glitzern, ich schätze, dass ich jetzt so um die 1.000-Meter-Marke fahre. Runter nach Lausanne wird’s wieder etwas wärmer, die knappen 10° Celsius wärmen mich schon fast etwas auf... Immerhin hab ich nix anderes an als die Lederklamotten mit dem leichten Thermo-Unterzeug. Und da drunter nur ein T-Shirt... Mehr kann ich nicht drunterziehen unter der engen Lederkombi... Blöd durchdacht, das Ganze!
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Supersaugute Strecke, nie war Kurvenfahren schöner! Ich werde jetzt so richtig fahrwarm, die nächste Kurve wird schon besser genommen als die vorige, und so weiter - bis ich mich selber ermahnen muss, dass eigentlich keine Verfolger hinter mir sind, die mir meinen Sieg hinauf zum Col gefährden könnten... Von innen ob des Fahrrausches wärmer, aber von außen kälter, gerate ich in immer höhere Regionen.
Und dann die Überraschung des Tages: Kurz vor der Schneegrenze hinter Valloire steht ein ganz hübsches Schild mit der Aufschrift: Col fermé.
Oh.
Wie? Zu? Pass geschlossen? Mist. Doppelmist!
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Manchmal ging ich mit mir selber durch und brüllte unter meinem Helm so was wie "Das gibt's doch nicht! Saustark!" oder ähnliches Zeug, meine Begeisterung war fast grenzenlos. Und mein Gefühlsleben spielte Achterbahn: War das jetzt herrlicher als das vorhin? Was erwartet mich hinter der nächsten Biegung? - Und weit und breit kein Mensch, nur pure, fantastische Natur.
Ich fühlte mich wundervoll: so frei, so beschwingt; die Gerüche brachten meinen Verstand durcheinander, meine Augen konnten sich nicht satt genug sehen; mein komplettes Ich sog die Natur rings um mich förmlich in mich hinein, ich war vollkommen erfüllt von einem Gefühl, das sich am besten mit 'Friede' beschreiben lässt, wenn überhaupt eine Beschreibung möglich ist. Ich war einfach glücklich!
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Ich hab gefroren wie ein Schneider, als ich das Inselchen vor dem Cap fotografierte, und ich hoffte bloß, dass die Aufnahme nicht verwackelt. Das Wasser stand mir unter dem Nierengurt, das Leder quietschte, mein Halstuch war ein einziger Wasserspeicher, unter dem Leder hatte ich nur ein T-Shirt an – kurzum, recht ungemütlich. Das Regenzeug hatte ich natürlich nicht mitgenommen, wozu auch; es war ja schön, als ich wegfuhr. Blödmann.
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...Ich weiß nur noch, dass ich so schnell wie möglich Asphalt hinter mir lassen wollte, weil die Schmerzen mich bald verrückt machten... Ich hatte in den wenigen Pausen, die ich einlegen musste, nicht einmal mehr die Kraft und die Lust, meine Strecke auf der Karte einzuzeichnen.
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Donnerstag, 14.5.92: 1. Tag
Die Route des ersten Tages

 
Hinter dem Genfer See geht es rauf in die Alpen

Purer Zufall:
der gleiche Gipfel aus fast gleicher Perspektive, nur ein ganzes Stück höher

   


Freitag, 15.5.92  2. Tag
Die Strecke dieses Tages


Col de Galibier: geschlossen! Also: wieder zurück...



Wieder unten im Grünen ...

Samstag, 16.5.92  3. Tag
Fahrtroute Tag 3


Lange Rast nach dem Col de Maure
                                                                              

Sonntag, 17.5.92  4. Tag
Tour rund um Nizza und Monaco

Zwei Bilder aus einem Reiseprospekt:


...über den Dächern von Nizza...


...und ein Blick auf die Bay von der anderen Seite...


Monaco!
Bitte mit der Maus auf ein Bild zeigen!













   auf dem Weg zum Col de Braus
                                                                                 


Montag, 18.5.92  5. Tag
Strecke des ersten Tages auf Korsika


                        Ankunft in Ajaccio; fast rechts der Harley-Typ auf seiner Draisine...
      fotografiert von einem netten Kollegen, der meinte, dass es doch blöde sei, wenn man selber auf einem Foto gar nicht drauf ist!
So bin ich also drauf, direkt in dem Pfeiler links...

                                               






Neugieriger Esel, vom Gedröhn des Moppeds kaum beeindruckt

Freitag, 22.5.92  9. Tag
Die Fahrtkarte des ersten richtigen Ausflugtages!

     mittelalterliche Altstadt von Bastia (Prospekt)



  
Ile de la Giraglia, Korsikas nördlichster Vorposten vor dem Cap Corse im Nieselregen


So schön hätte es bei anderem Wetter sein können.... (irgendwo unterwegs; Prospekte)






Am Cap Corse: Nonza klebt 150 m über dem Meer in den Felsen (Prospekt)
   



Samstag, 23.5.92  10. Tag

 Der Strand vor meinem Zeltplatz (mit der Maus auf die Bilder zeigen!):




Der Strand nach rechts...

...von der Mitte aus...


...und nach links gesehen...





In meiner Gartenidylle trocknen die Klamotten vom gestrigen regnerischen Ausflug

   
        


Dieser Zeltplatz war in der Tat eine pure Naturidylle!

Sonntag, 24.5.92  11. Tag
Die Route des zweiten Ausfluges:

(Prospekte):

 
Corte
    
        


 

...unterwegs, mal wieder bei recht üblem Wetter...

                   



 (aus einem Prospekt):
  
Werk der Nationalen Volksfront!
Verschmierungen und gar Gewehreinschüsse sind keine Seltenheit
.


Montag, 25.5.92  12. Tag
Teil 1 der Zweitagestour

Frühstück mit meinem jungen und anhänglichem Findelkater!  




Mitten im Forêt de Vizzavona



"Brautschleier" wird dieser Wasserfall bei Bocognano genannt



Auf dem Weg zum Col de Menta...

 
  ...und obendrauf, in 1.400 m Höhe; natürlich wieder durch Gewitterregen gefahren...




Das durchfahrene Gewitter liegt hinter mir...
 
...und vor mir der nächste Regen, auf dem Weg nach Auliène

kurz vor Zonza




Zufälliger Treff mit Bikern aus der Fähre



Blick auf  Porto Vecchio, wo ich mir ein Nachtlager suchen wollte




Mein geniales Nachtlager: ein Traum in einsamer Natur!




Dienstag, 26.5.92  13. Tag
Route 2 der Zweitagestour:

Morgens um 7 Uhr, von meinem Schlafplatz aus gesehen


Bonifacio um 9 Uhr; Ankunft im Nieselregen


Bonifacio auf einer Postkarte



Schau mal hier
: Ein irre guter Stein, den ich an einem Strand gefunden hatte und der seither meinen Schreibtisch ziert!



In Richtung Sartène


Die Bucht von Propriano



Mittendrin in herrlicher, aber feuchter Landschaft;
ich schien wahrhaftig den Regen über mir anzuziehen!





Da kam ich her...

...und dort muss ich hin...






Zwischendurch: Schilder werden nicht nur verschmiert, sondern auch mit Gewehrkugeln unkenntlich gemacht!
Wieder ein Werk von Angehörigen der Nationalen Volksfront.




Kurz vor Ghisoni, im Nieselregen, mal wieder...


Mittwoch, 27.5.92  14. Tag
Die Abschiedsfahrt



Zuerst bekomme ich gezeigt, dass der Weg dort oben gesperrt ist...


...dann werde ich einfach nicht durchgelassen!


   Porto (Prospekt)





Ile Rousse

>
kleine Wanderung um Ile Rousse




Gesamte, auf Korsika gefahrene Strecke

Donnerstag, 28.5.92  15. Tag

Nach einer letztenNacht auf einem Zeltplatz Korsikas:


6 Uhr: Morgengruß



7 Uhr 20: Ankunft der Fähre



Zwei Bekannte, die ich schon bei der Herfahrt auf der Fähre kennen gelernt
und hier wiedergetroffen hatte, beim Ein- und Aufpacken




Hufi in seltsamer Pose...

Abfahrtsbilder (mit der Maus drauf zeigen!)


L'Ile Rousse schwindet...

...Korsika schwindet...


Donnerhuf trauert...

...und Eberhard trauert...


...und was denkt die Insel der Schönheit über uns, während sie sich immer weiter entfernt?





 Ankunft in Nizza

...wobei Siegfried mit meiner Kamera nicht so recht
den Hauptdarsteller in die Linse bekam...
       

...deswegen hier ein Ausschnitt:

Ein kleiner Reiter auf einer riesig bepackten Maschine!


Die Route in die Verdonschlucht:

                 
Der Grand Canon du Verdon aus Postkarten.
Fast ganz rechts auf dem zweiten Bild das kleine, gutbürgerliche Hotelchen, das mir die total verregnete Nacht rettete,
nach einer total verregneten Fahrt hierher!


Freitag, 29.5.92  16. Tag
Die Strecke von Tag 16 und 17:



Hier oben, bei einer Rast, ist mir das Motorrad umgekippt!




Samstag, 30.5.92  17. Tag

Die Fahrt durch die Schweiz:


Stundenlang völlig allein in traumhafter Umgebung:
da tankt die Seele...





Endlich wieder Leben, wenn auch hinderliches: auch in der Schweiz gibt es
tierische Blockaden auf den schmalen, verkehrsarmen Straßen in den Bergen!



Sonntag, 31.5.92 18. Tag

Am Ende bleibt nur noch die Freude, eine solche Schönheit kennen gelernt zu haben.

Ich liebe dich, Korsika.

Und ich liebe auch alles andere auf dieser Reise, trotz Regen, Schmerzen und manch anderen Strapazen.

Für dich, Korsika, würde ich das alles noch mal auf mich nehmen.

Aber bei schönerem Wetter, bitte.